Wohnraummöbel Möbelwerk Lauchhammer, 1965


Anmerkungen zum Tun
Offenheit – Sie meint nicht nur den Raum ohne Tür mit Aussicht nach vorn, nicht nur den Gegenstand, der offen ist für die sozialen und kulturellen Sequenzen einer Zeit, also Verfügbarkeit ohne soziale Begrenzung, offen für individuellen Zugriff aus Raum und Gegenstand.
Ergänzt durch den Anspruch, wirtschaftlich zu sein, wirtschaftlich für den Hersteller eines Dinges und für seinen Nutzer, sind dies wohl substanzbildende Kriterien für das, was wir Kultur des Gestaltens nennen.

Einfachheit – Sie war mir nie ein Zweck an sich. Ich habe sie verstanden wie Frank Lloyd Wright als anmutige Schönheit, als Lauterkeit, aus der jede Unstimmigkeit, alles Bedeutungslose getilgt wurde.

Wo sie es nicht schon tut, muss sich Gestaltung wohl wieder darauf besinnen, die Dinge in erster Linie für den Gebrauch und nicht für den Verkauf zu entwerfen. Vielleicht wird aber auch der Zwang der Umstände, die bedrohliche weltweite ökologische und klimatische Situation dem Gestalten und Produzieren für gedankenlosen Konsum, dem Verschwenden und Wegwerfen Grenzen setzen noch dazu die Ressourcen dieser Welt begrenzt und ihre soziale Balance unausgeglichen ist. Ob unsere gestaltende Arbeit und ihre Ergebnisse diesem Anspruch immer erfüllen konnten mögen kommende Generationen entscheiden. Wir waren bemüht.

Rudolf Horn
Leipzig/Halle 2012