Berufserfahrungen Design als Auftrag
Das war eigentlich so, dass ich in meiner späteren Berufstätigkeit mir kaum Dinge ausgedacht habe, die ich versucht habe dann irgendwo zu verkaufen oder zu realisieren. Sondern es handelte sich eigentlich immer um Aufträge, konkrete Aufträge, wofür eine Aufgabenstellung da war. Und da war man es gewöhnt, dass es Restriktionen gibt oder andere Einschränkungen, aber gerade das macht den Reiz aus, den idealen Kompromiss für die verschiedenen Anforderungen zu finden.
Design ist ja immer ein Verschmelzen der verschiedensten Anforderungen, die optimal gelöst werden und die eine Logik erkennen lassen. Die nicht nur praktisch sind, sondern die einleuchten. Das ergibt ein Ergebnis, wo die Arbeit eines Designers als sinnvoll erscheint.
Und das eigentlich ohne Absicht. Sie hatten gefragt, dass ich auffällig wenig im Konsumgüterbereich gemacht habe. Aber das war nicht Absicht, das hat sich mehr oder weniger so ergeben. Und es war so, dass mir das eigentlich auch mehr Spaß gemacht hat, es waren auch weniger Einschränkungen (Anmerkung: bei Aufträgen in der Industrie).
Zum Beispiel: Kennen Sie das? - Ein Becher! - Ja, das ist eine Blumenvase aus Thüringen. Über die damals diese Diskussionen, ja, diese lächerlichen Diskussionen waren, warum eine Vase nicht zylindrisch sein kann. Und dann nicht wenigstens ein Dekor haben müsste.
- Das war ja Anfang der 60er Jahre -
Ja, und da hatte ich auch wieder Glück, denn das war dann ausgestanden, als ich Student wurde. Da hat man über so einen Quatsch nicht mehr geredet.

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