Arbeitsweise: Jeder macht das ganz anders
Als Student hat man Techniken des Designs beigebracht bekommen, Analysen, Synthese usw., aber in der Praxis ist das häufig ganz anders. Und dadurch, dass ich mit verschiedensten anderen Designern im Laufe meiner Arbeitszeit gearbeitet habe, habe ich festgestellt, jeder macht das ganz anders. Was auch ein Vorteil ist, weil Zusammenarbeitet gegenseitige Beeinflussung mit sich bringt und auch einer Lösung näher bringt.
Es gibt Leute, wenn die eine Aufgabe kriegen, setzen sie sich sofort hin und zeichnen wild drauf los und bringen ganze Stapel von Papier zur Strecke. Letzten Endes ist aber die Lösung, wie es sein sollte, das können sie selber noch nicht unbedingt sagen, wie die wäre. Und ich bin da vielleicht sogar ein extremes Gegenbeispiel. Auf die einzigen sechs Jahre, die ich angestellt war, hat sich das ja auch ausgewirkt, da hatte ich ja nun einen Chef. Und der wurde dann unruhig - ist ja immer noch nichts auf dem Brett zu sehen. Und ich vertrete kurz gesagt mehr die Meinung, bevor ich nicht weiß, wie das alles richtig aussehen muss, wozu soll ich das denn zeichnen. Das schmeiße ich doch in den Papierkorb! Jedenfalls Auftraggeber haben sich häufig gewünscht, erst mal grobe Skizzen zu machen. Aber ich schließe die häufig schon im Kopf aus, wenn die sich aus verschiedensten Gründen als unbrauchbar oder als nachteilig erwiesen haben. Und letzten Endes war es dann immer so, die Aufgabe war auch zu dem Zeitpunkt erledigt, aber Skizzenmaterial gab es fast keins. Es gibt auch Leute, die gehen dann mit dem Hobel ran und müssen was bauen.
- Das ist spannend, dass man so offen bleibt und auch gegenüber anderen offen. -
Natürlich. Und das ist auch der Reiz von Zusammenarbeit. Nicht, dass ich das mit Gewalt angestrebt habe. Aber das war für mich immer etwas Natürliches und macht die Sache auch reizvoller.

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